Grundlagen

Organspende in Deutschland
Haben in Deutschland im Jahr 2011 insgesamt 1296 Menschen eines oder mehrere ihrer Organe gespendet, so waren es 2015 noch 877 – eine Reduktion um mehr als 25%. Dem großen Bedarf an Organen stehen also deutlich weniger Spenden entgegen, die in teils jahrelangen Wartezeiten resultieren.

In Deutschland warten derzeit knapp 10000 Menschen auf eine Organtransplantation. Statistisch gesehen sterben täglich 3 von ihnen. Zu behaupten, diese Patienten würden aufgrund des Transplantatmangels sterben, wäre jedoch irreführend, denn Todesursache ist die ursprüngliche Primärerkrankung, welche eine Transplantation erst erforderlich gemacht hat.

In jedem deutschen Klinikum mit Intensivstation kann sowohl eine Hirntoddiagnostik als auch die postmortale Organentnahme vorgenommen werden.
In den knapp 50 deutschen Transplantationszentren werden den Empfängern die gespendeten Organe eingepflanzt.
Transplantiert werden können: Herz, Lunge, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Neben den vorher genannten Organen gibt es auch die Möglichkeit andere Gewebe zu transplantieren, so können Haut, Sehnen, Knochen, Muskeln, Herzklappen, Blutgefäße, sowie die Augenhornhaut (Kornea) von Organspendern transplantiert werden. Diese werden jedoch nicht unmittelbar nach der Organspende transplantiert, sondern erst gereinigt, aufbereitet und dann in speziellen Gewebebanken gelagert.

Lebendspenden
Menschen können Familienangehörigen oder engsten Freunden bestimmte Organe spenden, die sie selbst nicht am Weiterleben hindern, aber natürlich dennoch im späteren Verlauf ihre Lebens einschränken können. So kann eine der zwei Nieren, ein Teil der Leber und seit kurzem in Deutschland zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt, eine Gebärmutter gespendet werden. Insbesondere die Lebendspende der Niere ist eine häufig durchgeführte Transplantation mit hoher Erfolgsaussicht.

Erfolgsaussicht
Die Erfolgsaussicht der Transplantation variiert je nach Organ, ist aber konstant steigend und erreicht zum Beispiel bei Nieren eine Funktionsrate nach fünf Jahren von 80%. Dennoch können akute und chronische Abstoßungsreaktionen immer auftreten, Organempfänger müssen lebenslang Medikamente zur Unterdrückung ihres Immunsystems einnehmen.